Trend-Thema
Transco-Chef sieht den Kombinierten Verkehr in Gefahr — Preiserhöhungen und Qualitätsmängel gefährden Verlagerung auf die Schiene
- Transco-Chef warnt: Steigende Trassenpreise, höhere Lkw-Maut und sinkende DB-Servicequalität gefährden die Wirtschaftlichkeit des Kombinierten Verkehrs.
- Nur 55–60 % der Züge leisten zuverlässig – Folgen sind Ausfälle, Stornierungen und eine Rückverlagerung von Transporten auf die Straße.
- Branche fordert politische Anreize, bessere Baustellenkoordination und mehr Zuverlässigkeit, um die Wettbewerbsfähigkeit der Schiene zu sichern.
Transco-Chef sieht den Kombinierten Verkehr in Gefahr — Preiserhöhungen und Qualitätsmängel gefährden Verlagerung auf die Schiene
Kurzfassung
Christian Bücheler, CEO der Transco‑Gruppe, warnt davor, dass der Kombinierte Verkehr (KV) in seiner wirtschaftlichen Tragfähigkeit bedroht ist. Er nennt als zentrale Ursachen erhebliche Trassenpreiserhöhungen, die jüngste Ausweitung und Erhöhung der Lkw‑Maut sowie eine nach seiner Einschätzung deutlich nachlassende Leistungsqualität der Deutschen Bahn — Faktoren, die eine Verlagerung von Lkw auf die Schiene erschweren oder sogar rückgängig machen könnten.
Wovon Bücheler spricht
Nach Darstellung des Managers mussten Speditionen und Verlader bereits eine Trassenpreiserhöhung für 2025 von rund 15 Prozent hinnehmen; für 2026 werden weitere, zum Teil deutlich höhere Anpassungen diskutiert. Gleichzeitig belasteten seit Ende 2023 Mautanpassungen und die Ausweitung der Lkw‑Maut auf leichte Nutzfahrzeuge die Kostenstruktur der Spediteure. Diese Kostensteigerungen treffen laut Bücheler die Branche einseitig, ohne dass die Schieneninfrastruktur oder die Transportqualität im gleichen Maße verbessert wurden.
Qualität und Zuverlässigkeit der Bahn als Knackpunkt
Ein zentraler Kritikpunkt ist die Zuverlässigkeit: Bücheler berichtet, dass nur rund 55–60 Prozent der Züge die vereinbarte Leistung bringen — Folge seien Stornierungen, Terminausfälle und eine Verschlechterung der Planungssicherheit für zeitkritische Sendungen. Das mache das intermodalen Angebot für Kunden unattraktiv und führe kurzfristig zu einer Rückverlagerung auf die Straße.
Konkrete Folgen bei Transco
Transco selbst habe bereits Rückgänge beim Schienenanteil verzeichnet: Nach Angaben aus der Branche bewegt das Unternehmen bis zu 15 Prozent weniger Sendungen auf der Schiene als in früheren Jahren — eine Tendenz, die sich bei anhaltender Kosten‑ und Qualitätsentwicklung fortsetzen könnte.
Was die Branche fordert
Mehrere Branchenakteure und Verbände appellieren an Politik und Bahnmanagement, schnell wirksame Maßnahmen zu ergreifen, um die Wirtschaftlichkeit und Verlässlichkeit des KV wiederherzustellen. In öffentlichen Stellungnahmen und offenen Briefen wird eine transparente Trassen‑ und Preisgestaltung, bessere Baustellenkoordination und eine verlässlichere Zugabwicklung gefordert, um die Klimaziele nicht zu gefährden.
Handlungsoptionen und Ausblick
- Politik und Regulatorik: Forderung nach klarer, frühzeitiger Kommunikation bei Trassenpreisentscheidungen und nach Anreizen, die eine Verlagerung auf die Schiene wirtschaftlich attraktiver machen.
- Bahnmanagement: Bessere Baustellenkoordination, Verlässlichkeit bei Zugläufen und transparente Leistungskennzahlen, damit Verlader Planungssicherheit gewinnen.
- Unternehmen im KV: Diversifikation, stärkere Vertragsklauseln zu Service‑Levels und gegebenenfalls Preisanpassungsvorbehalte, um wirtschaftliche Risiken abzufedern.
Fazit
Die Warnung des Transco‑Chefs fasst ein größeres Branchenthema zusammen: Steigende Kosten auf der Schiene kombiniert mit unzulänglicher Qualität gefährden die Wettbewerbsfähigkeit des Kombinierten Verkehrs. Ohne koordinierte Maßnahmen von Bahn, Politik und Marktakteuren droht eine Rückverlagerung von Verkehr auf die Straße — mit negativen Folgen für Klima, Verkehrssicherheit und Infrastrukturbelastung.
Quellen: Berichte und Interviews in der Österreichischen Verkehrszeitung, Eurotransport, Logistik Express sowie Statements der TRANSCO‑Gruppe und Branchenverbände.1 Studie der VUT Sachverständigengesellschaft mbH & Co. KG, Januar 2013 (zuletzt abgerufen am 28.11.2025)
2 Transco-Chef warnt: Kombinierter Verkehr steht unter Druck
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